Am Rande einer anonymen Großstadt, im Hochsommer, bei Nacht. Der Vater auf Route
als Taxifahrer. Ein Telefonat mit seiner Tochter, die im Heimatland geblieben ist. Ein
kurzes, zugewandtes Gespräch über Zukunftsträume.
Der Sohn ist heimlich verliebt. Seinen Freund warnt er vorm Vater und legt auch für uns
Zuschauer*innen beiläufig eine falsche Fährte. Denn Queerness hat in dieser Familie, die
unter dem Stern der Zärtlichkeit steht, einen Platz. So auch das gemeinsame Nehmen
von Hürden, denn von diesen gibt es etliche für die migrantische Familie im
russischsprachigen „Gastland“.
Szene für Szene, in einfachen Alltagssettings, in den vermeintlich „einfachen
Verhältnissen“, in denen die kleine Familie lebt, erzählt BULL’S HEART in dichten
Momenten, Gesten und Sounds von der Sorge füreinander, von einem
Generationenverhältnis, und von großen Herzen. Ein transnationaler Kurzfilm, der uns
auf die hoffentlich noch kommenden Regiearbeiten von Margarita Bagdasaryan
neugierig macht.